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Inklusive Spielplätze in Düsseldorf für alle – leider noch lange Zeit keine Selbstverständlichkeit

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Spielplätze, auf denen Kinder mit und ohne Behinderung ohne Barrieren miteinander spielen können, sind noch zu selten vorhanden. Deshalb fragte die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER in der letzten Ratsversammlung , welche Spielplätze in Düsseldorf ermöglichen es derzeit, dass Kinder mit und
ohne Behinderung ohne Barrieren gemeinsam miteinander spielen zu können (bitte detailliert auflisten), welche Spielplätze bis wann entsprechend umgebaut werden und, welche Rückmeldungen Düsseldorf aus dem Projekt „Stück zum Glück“ nach einer Bewerbung schon erhalten hat bzw., wenn es noch keine Bewerbung gab,
warum nicht und ob diese nun erfolgen wird.

Die Verwaltung teilte mit, dass der überwiegende Teil der Spielplätze in Düsseldorf uneingeschränkt und hindernisfrei erreichbar ist, dass die gemeinsame Nutzung des Spielangebots durch Kinder mit und ohne Behinderung von Art und Ausmaß der körperlichen Einschränkung abhänge und das Gartenamt bei Sanierungs- bzw. Neubaumaßnahmen jedoch verstärkt auch inklusive Spielangebote berücksichtige und seit diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und in Abstimmung mit der Behindertenkoordination auch Kinder mit Behinderung gezielt in die Planung eingebunden werden.

Inklusive Spielangebote wie z.B. Wasserzapfstellen, Wasserrinnen, Sandmatschtische und Sandbaustellen wurden bzw. werden derzeit auf den Spielplätzen Tannenhofweg, Freizeitanlage Heerdt, Emmastraße, Alter Gerresheimer Friedhof errichtet. Ab 2020 werden die Spielplätze Emil-Barth-Straße 155 und der große Spielplatz vor dem Deich am Südring entsprechend saniert.

Da das Projekt „Stück zum Glück“ der Aktion Mensch sich an freie Organisationen wie Vereine, Stiftungen und Kirchen richtet, könne sich die Stadt Düsseldorf nicht beteiligen.

Ratsherr Dr. Ulrich Wlecke, Tierschutz FREIE WÄHLER: „Die Antwort der Verwaltung ist bemerkenswert. Eine detaillierte Auflistung, auf welchen Spielplätzen Kinder mit und ohne Behinderung ohne Barrieren gemeinsam miteinander spielen können, wurde nicht vorgelegt. Und: Es wurde nur ausgesagt, dass der überwiegende Teil der Spielplätze uneingeschränkt und hindernisfrei erreichbar sei. Das bedeutet: Ein Großteil ist nicht uneingeschränkt und hindernisfrei erreichbar und es ist gar nicht klar, ob und wie dann Kinder mit und ohne Behinderung ohne Barrieren gemeinsam miteinander spielen können.

Das das Gartenamt nun verstärkt auch inklusive Spielangebote berücksichtigen wird, ist schön, aber zu wenig. Kinder mit und ohne Behinderung müssen gemeinsam miteinander spielen können. Das hilft allen zum wechselseitigen Verständnis. Und auch die begleitenden Eltern bzw. Großeltern könnten eingeschränkt sein. Auch für diese müssen alle Spielplätze in Düsseldorf uneingeschränkt und hindernisfrei erreichbar sein.

Das die Verwaltung bei über 430 Spielplätzen in Düsseldorf gerade einmal sechs in ihrer Antwort auflistet, spricht für sich. Auch deshalb wäre es wünschenswert, da die Stadt in vielen Bereichen mit Vereinen, Stiftungen und Kirchen zusammenarbeitet, gemeinsam mit diesen zu überlegen, ob und wie man sich am Projekt „Stück zum Glück“ beteiligen könnte.

Verschieden zu sein und doch gemeinsam und miteinander zu spielen, zu lernen, mizumachen und Spaß zu haben, dass ist gelebte Inklusion. Das sollte für Düsseldorf doch so selbstverständlich sein.“

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